Naturerfahrung am Niederrhein

Zwischen Himmel und Erde - die Mistel

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Zwischen Himmel und Erde - die Mistel

Eine Exkursion zu einer außergewöhnlichen Pflanze in den Friemersheimer Rheinauen

Eine seltsame Pflanze wächst hoch oben in den Bäumen. Die Mistel ist immergrün, ohne Rinde und echte Wurzeln. Kreisrund, der Schwerkraft und dem Sonnenlicht zum Trotz, wächst sie in alle Richtungen gleichzeitig. Während sich das Wachstum aller Pflanzen sich an der wärmeren Jahreszeit orientiert, wächst und blüht die Mistel zum Ende des Winters. 9 Monate reifen die Früchte bis zur Weihnachtzeit. Den Kelten war sie heilig - das Allheil. Im Irischen heißt die Mistel uileiceadh, im Walisischen oll-iach. Beides bedeutet Allheilmittel, bzw. Wundermittel. Mit einer goldenen Sichel sollen die Druiden die Mistel rituell geschnitten haben.
Der lichtvolle und von allen geliebte germanische Gott Baldr wurde vom blinden Hönir mit einem Mistelpfeil erschossen. Wie es dazu kam erfahren Sie auf der Exkursion.
Die zu Weihnacht über dem Türrahmen angebrachten Mistelzweige sollen Gesundheit, Fruchtbarkeit und Wohlergehen im neuen Jahr sichern. Wenn sich ein Paar darunter küsst, werde es viele Kinder bekommen, heißt es. Rosenkränze wurden häufig aus Mistelholz gefertigt. Der Mistel sprach man zauberhafte Kräfte zu. Man glaubte, dass sie an die Hauswand gehängt vor Feuer schützen könne und Hexen und bösen Geistern den Eintritt verhindert. In der Eifel wirkte ein aus Mistelholz geschnitztes Kreuz in die Kleider eingenäht als Talisman gegen Hexen und Zauberei.
Mistelextrakte stimulieren das Immunsystem, vermindern die Toxizität der Krebszellen, beeinflussen die Psyche positiv und schützen die Erbsubstanz. Die zuckerhaltigen Mistellektine hemmen das Wachstum von Krebszellen oder töten sie ab. Viscotoxine können Krebszellen auflösen, in dem sie deren Zellwand zerstören.
Die Mistel gehört zu den ältesten Pflanzen der Erde und man schließt daraus, dass die Pflanze verschiedene Stadien der Evolution überdauert hat.

   

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